Made in Lautern – Mamas Rezept ist unantastbar! Oder – meine ersten Fastnachtsküchle

Meine Mutter hat ein Kochbuch, welches in vielen Jahren gewachsen ist. Eigentlich ist es nur ein ganz dünner, DIN A5 Ordner in den nur wenige Blätter passen. Wie gesagt. Eigentlich. Denn da stecken so viele Rezepte drin, die nicht abeheftet werden konnten, dass der Ordner schon ganz schön ausgebeult ist.

Im Übrigen sieht mein eigenes Kochbuch, dass wir 2005 von der Stadtverwaltung Kaiserslautern zur standesamtlichen Trauung geschenkt bekommen haben schon genauso vollgepackt aus, mit dem Unterschied das unser Kochbuch gebunden ist und wohl irgendwann aus dem Leim gehen wird. 

So viel zur Vorgeschichte.  🙂 Mein Mann wünscht sich schon seit Jahren, dass ich doch mal Fastnachtsküchle (Berliner, Krapfen,…) mache und ich hab mir das immer so schrecklich kompliziert vorgestellt, weswegen ich immer nur ein „ja, ja“ gesagt hab und es dann doch bleiben lies. Doch dieses Jahr sollte es endlich soweit sein, passt ja auch prima ins „gesünder Leben“ Konzept, denn so weiß ich wenigstens was in dem Zeug drin ist. Erstaunlicherweise viel weniger Zucker als ich angenommen habe.

Da das Rezept meiner Mutter familiär erprobt ist, wenngleich schon lange keine mehr selbst gemacht wurden, dachte ich mir, wozu noch lang im Internet nach einem Rezept suchen? Zutaten hatte ich alle Zuhause, außer Zitronenschale, aber darauf wollte ich dann auch einfach verzichten.

Leider hatte meine Mutter bei dem Rezept keine Temperaturangabe für die Fritteuse notiert, denn sie hatte die früher auf dem Gasherd im Topf gemacht. Also musste ich doch im Netz suchen. Dummerweise liest man ja dann die Rezepte die so aufgelistet werden doch, auch wenn man sie gar nicht braucht. Und so kam was kommen musste. Ich bin vom Rezept abgewichen und habe nach Rücksprache mit meinem Vater lediglich 1 Ei hinzugefügt.

Eine Katastrophe. Der Teig war klebrig und matschig und höchstens zum Wände verputzen zu gebrauchen. Mein Mann meinte nur „der muss sicherlich länger gehen“ und so stellte ich das Schleimzeug bei 40°C in den Backofen. Die erfahrenen Backhasen unter euch schmunzeln sicherlich schon und kennen meinen Fehler. Während ich mit der Materie im Backofen haderte und mich fragte wie ich so eine Pampe jemals ausrollen soll, wurde scheinbar in einem Kilometer Entfernung bei meinen Eltern zuhause über meinen Backeifer diskutiert. Zum Glück 🙂 So rief mein Vater an um mir eine rettende Nachricht von meiner Mutter zu übermitteln. MEHL war das Zauberwort. Ei = Flüssigkeit. Das heißt also es muss weniger Milch an den Teig. Dafür war es aber zu spät, also hilft nur noch Mehl. Und siehe da, schon hats geklappt. 🙂

Und nach dem dann etwa 35 Küchle ausgestochen waren, gings ans Frittieren. Puderzucker drauf. Fertig.
Hmmmm. Lecker.

So und nun das Rezept von meiner Mutter in meiner Version 🙂

  • 510g Mehl
  • 50g Zucker
  • 70g Magarine oder Butter (leicht zerlaufen)
  • 42g frische Hefe (ein ganzer Würfel)
  • 250ml lauwarme Milch
  • 1 TL Salz
  • 1 Ei
  • Zitronenschale nach belieben oder Zitronenaroma oder ein Spritzer Zitronensaft.
  • etwas Mehl zum Ausrollen und evtl. um den Teig fester zu machen.
  • etwas Milch (falls der Teig zu fest wird)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Aus den Zutaten einen lockeren Hefeteig kneten. Diesen am warmen Ort gehen lassen, bis er gut doppelt so hoch ist. Nochmals durchkneten ausrollen und mit einem Wasserglas die Küchle ausstechen. Noch mal gehen lassen bis sie gut doppelt so hoch sind. Fritteuse auf 170°C aufheizen. Ich habe den Frittierkorb nicht verwendet, sondern habe mit einem Schaumlöffel die Teiglinge eingelegt und heraus gefischt. Je Seite etwa 1 1/2 bis 2 Minuten. Herausnehmen und auf einer saugfähigen Unterlage auskühlen lassen. Puderzucker drübersieben und futtern. 🙂

Nächstes Jahr versuch ich dann die Füllung in die Fastnachtsküchle zu bekommen. Dieses Jahr hab ich nach dem 2. aufgegeben, weil die Marmelade wieder heraus lief.

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2 Kommentare zu “Made in Lautern – Mamas Rezept ist unantastbar! Oder – meine ersten Fastnachtsküchle

  1. Fastnachtskuchen wurden früher nur an Fastnacht gebacken. Die Dauerberliner, die es heutzutage das ganze Jahr über gibt, waren nicht bekannt. An eine Füllung kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich glaube, dass es keine gegeben hat.
    Selbst Gebackenes schmeckt sowieso besser und macht in der Zubereitung zudem noch Spaß.
    C.H.

    • Bei uns gibt es die auch nur in der Faschingszeit, wobei die „Massenproduktion“ von neulich dazu geführt hat, dass jetzt doch einige eingefroren sind, die es dann in nächster Zeit noch ab und an mal geben wird. Die Füllung ist mir auch nicht so wichtig, aber es ist doch noch mal eine kleine Leckerei mehr. 🙂

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