Made in Lautern – Mein erstes Brot – Projekt 6

Susanne Klingner schreibt in Ihrem Buch „hab ich selbst gemacht“ es wäre das beste Brot der Welt. Gut, so weit würd ich persönlich nicht gehn, aber es ist wirklich sehr lecker.

Nachdem Sari von Mondras sich auch an das echt simple Rezept gewagt hat und bestätige, dass das Brot lecker ist, habe ich letzte Woche verkündet, dass ich auch Brot backen werde. Mein Plätzchenbackergeiz war vergangene Weihnachten nicht ganz so groß, somit ist noch jede Menge Mehl im Haus. Nur worin ich das Brot backe ist mir nicht ganz klar. Aber ich backe ein Brot. Und zwar am Freitag. Heute ist Donnerstag, Zeit den Teig zu machen, schließlich soll der ja eine ganze Weile stehen, bevor er gebacken wird. Also such ich eine Schüssel, die Küchenwaage, Mehl, Salz, Hefe, Wasser und einen Teigschaber zusammen und los gehts.

Mit dem Teigschaber klappt das meiner Meinung nach nicht, also fingere ich doch in diesem klebrigen Zeug herum, welches mal ein schönes, leckeres Brot werden soll. Nun klebt der komplette Teig an meinen Fingern und ich sehe keine Mehlreste mehr in der Schüssel. Scheint so als wäre ich am Ende meiner Arbeit. Ich versuche den Großteil dessen, was an meinen Fingern pappt in die Schüssel zu bringen und bin irritiert wie das ganze aussieht.

Zur Sicherheit schau ich mir noch mal die Bilder auf Saris Blog an und bin froh zu sehn, dass ihr Teil genauso aussieht 🙂

Also. Deckel auf die Schüssel und ein Handtuch drüber und ab in die Ecke.

Der Teig ist fertig und ich weiß immer noch nicht worin ich das Brot backen soll, denn wir haben nur einen Topf der in den Backofen kann und das ist unser Gänsebräter. Leicht übertrieben für ein Brot aus 400g Mehl.

Ich rufe meinen Vater an und erkläre ihm die Situation und er leiht mir einen Topf. Somit kann ich erst ausprobieren ob uns das Brot überhaupt schmeckt bevor ich los ziehe und einen Ofen tauglichen Topf kaufe.

Mittlerweile ist es Abend und ich bin neugierig wie der Teig nach 7 Stunden stehen aussieht. Hm. Flach und Breit. Langsam frag ich mich ob es wirklich sinnvoll war, die größte Schüssel zu nehmen, die dieser Haushalt beherbergt. Hoffentlich wirkt sich das nicht auf das Endergebnis aus. Das Brot soll doch unser Mittagessen werden. Mein Männel arbeitet ja nun freitags zuhause und da braucht er schließlich eine Stärkung zwischendurch.

Ich deke den Teig wieder zu und hoffe das Beste.

Bevor wir schlafen gehn luge ich noch mal in die Schüssel und stelle fest, dass der Teig noch breiter geworden ist.

Als wir aufwachen krächzt mein Männel, dass er krank ist. Es ist Freitag der 13.  und ich überlege  was der Tag wohl noch so bereit hält, wenn er schon so anfängt. Ich zieh noch mal die Decke für ein paar Minuten fester, doch dann schäle auch ich mich aus dem Bett und gehe mit den schlimmsten Erwartungen in die Küche um nach dem Brotteil zu sehn. Ohhh Mann, der sieht gar nicht aus als könnte er mal ein Brot werden. Ich kann nicht sagen, was ich mir vorgestellt habe, wie so ein Brotteig aussieht, aber ich weiß, SO jedenfalls nicht. Ok, er hat aber auch noch ein paar Stunden.

Um 9 Uhr mach ich mich wieder auf den Weg in die Küche um den Teig in den Topf umzusetzen. Im Rezept steht, man könne ihn noch mal falten. Ich greif in die Schüssel und hab genau den selben klebrigen Kram in den Fingern wie gestern. Wie bitte soll man so etwas falten? 97% des Teiges schaffe ich in mehreren Schritten in den Topf zu bekommen, der Rest klebt weiterhin in der Schüssel und an meinen Händen. Mist, jetzt hab ich es bestimmt versaut.

Ich schalte den Ofen auf 210°C und bin jetzt schon gefrustet, weil ich sicher bin, dass das nix werden wird.

Doch 2 Stunden später steh ich mit stolzgeschwellter Brust in der Küche und rufe „ich hab ein Brot gebacken“

Mein 1. Brot

Mein 1. Brot

Brot

Sieht es nicht lecker aus?

Hunger

Guten Appetit!

Das erste Stück teilen wir uns und uns entweicht beiden fast gleichzeitig ein langes „hmmmmm“. Es sieht also nicht nur schön aus, es schmeckt auch.

Richtig lecker ist das Brot geworden. Die Kruste schön knusprig und nicht zu dick. Der Geschmack ist so wie ein Brot sein soll. Mein Erstes ist ja nun „nur“ ein Weißbrot, aber ich weiß nicht wann ich zuletzt ein so leckeres Weißbrot gegessen habe. Und das sag ich jetzt nicht, weil ich es gemacht habe.

Wir haben schon experimentelle Pläne für die nächsten Brote, die es auf jeden Fall geben wird. Wir freuen uns schon auf das Mittagessen morgen, wenn es wieder ein Stück selbst gebackenes Brot gibt.

EDIT: 22.03.2012

Nun hätte ich fast vergessen das Grundrezept noch zu ergänzen:

Zutaten:
400g Mehl
1/4 Teelöffel Trockenhefe (ich nehm etwa 1 gr)
1 Teelöffel Salz (ich nehm etwa 7 gr, „normales Salz“ oder 12 gr. „Kräutersalz“
300ml Wasser

Zubereitung:
Zutaten wie aufgelistet in eine Schüssel geben und entweder kurz durchkneten oder mit einem Teigschaber vermengen.
Zwischen 12 und 24 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.
Teig in einen gefetteten Topf geben, Deckel drauf und entweder noch mal ein paar Stunden stehen lassen oder gleich backen. (Ich verwende einen Metalltopf 16cm Druchmesser und einen Glasdeckel mit Dampfloch)
Ich lasse den Teig im Topf meist nur noch so lange stehen bis der Backofen aufgeheizt ist.

Backen:
Umluftbackofen auf 210°C vorheizen.
Ich habe den Rost auf 2 Schien von unten.
30 Minuten mit Deckel backen, dann Deckel runter und
20-25 Minuten ohne Deckel fertig backen.
Nach dem Backen sollte das Brot nicht zu lange im Topf auskühlen, da es sonst feucht werden kann.

Folgendes möchte ich noch als Tipp mit auf den Weg geben:

  • Der Edelstahltopf mit Glasdeckel (und Dampfloch im Deckel) eignet sich meiner Meinung nach am Besten. Ich habe vorsichtshalber Alle Griffe die aus Kunststoff waren entfernt. Dichtungen waren keine an Topf oder Deckel zu finden. Diese müssten ggf. auch weg.
  • Bei allen anderen Mehlsorten empfiehlt es sich die Backzeit zu verlängern. Etwa 35°C mit Deckel und 25°C ohne Deckel. Lieber die Zeit MIT Deckel verlängern, sonst wird die Kruste zu dunkel und dadurch bitter.
  • Durch die Verwendung von Vollkornmehl oder Zugabe von Körnern kann es sein, dass mehr Wasser gebraucht wird. Ich nehme, außer beim Weißmehl, etwa 325-350ml Wasser

Und jetzt wünsche ich guten Hunger 🙂

Advertisements

Ein Kommentar zu “Made in Lautern – Mein erstes Brot – Projekt 6

  1. Pingback: Made in Lautern – 01/2012 – Rückblick und Ausbllick | fotodesignlumini

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s